Erektionsstörungen im alter und was Sie dagegen tun können

Erektionsstörungen im Alter uns was Sie dagegen tun können

Wie häufig kommen Erektionsstörungen im Alter vor?

Erektionsprobleme im Alter sind etwas völlig Normales. Männer befinden sich nachweislich um das 20. Lebensjahr auf dem Höhepunkt ihrer sexuellen Potenz. Bis zum Alter von 40 nimmt die Potenz bereits leicht ab, führt aber in den seltensten Fällen zu Erektionsstörungen. Diese machen sich meist erst ab dem 40. Lebensjahr bemerkbar. Eine Studie hat ergeben, dass etwa neun Prozent der Männer im Alter zwischen 40 und 50 unter Erektionsstörungen leiden.

Zwar erleben die meisten Männer dieser Altersgruppe noch keine Erektionsstörung im Sinne eines nicht steif werdenden Penis. Doch die nachlassende Potenz führt dazu, dass der Penis einer längeren und intensiveren Stimulation bedarf, bis eine volle Erektion erreicht wird. Bei vielen Männern ist der Penis ab dem 40. Lebensjahr auch nicht mehr so steif wie in jungen Jahren und auch der Samenerguss lässt sich weniger häufig wiederholen. Zwischen den Geschlechtsakten brauchen ältere Männer somit längere Ruhepausen.

Mit fortschreitendem Alter leiden Männer unter einem zunehmenden Elastizitätsverlust des penilen Bindegewebes. Dabei handelt es sich um eine natürliche Alterserscheinung, die auf veränderte Stoffwechselvorgänge zurückzuführen ist. In der Altersklasse 50 bis 60 haben bereits rund 20 Prozent der Männer mit Erektionsstörungen zu kämpfen. Bei den 60- bis 70-Jährigen sind es bereits über ein Drittel. Bei Männern über 70 ist Impotenz eher die Regel als die Ausnahme. Über die Hälfte der Männer haben Probleme, eine Erektion zu bekommen. Ein Großteil der älteren Männer leidet sogar unter einem totalen Erektionsverlust.

Trotz des hohen Leidensdrucks, den die meisten älteren Männer bei Impotenz verspüren, gehen erstaunlicherweise nur 10 bis 20 Prozent von ihnen zum Arzt. Nach wie vor ist das Thema „Impotenz“ für viele Menschen mit Scham belastet. Das muss nicht sein, denn Erektionsstörungen im Alter sind ein völlig natürliches Phänomen und haben nichts mit einer persönlichen Schuld zu tun. Außerdem sind die Ursachen von altersbedingter Impotenz inzwischen gut erforscht und es gibt viele erfolgversprechende Therapiemöglichkeiten.

Was sind die Ursachen von Erektionsstörungen im Alter?

Erektionsstörungen können grundsätzlich körperliche und psychische Auslöser haben. Bei jüngeren Männern wird Impotenz in der Mehrzahl der Fälle durch psychische Faktoren ausgelöst. Konflikte in der Partnerschaft und allgemeiner Stress sowie Angstzustände und Depressionen sind häufige Auslöser einer Erektionsstörung. Körperliche Ursachen sind bei Männern unter 50 eher selten anzutreffen. Dementgegen sind die Ursachen von Potenzstörungen bei Männern über 50 Jahren in erster Linie körperlicher Natur. Die häufigsten Ursachen von Erektionsstörungen im Alter sind:

Durchblutungsstörungen

Die am weitesten verbreitete Ursache für Erektionsstörungen sind Durchblutungsstörungen, die auch den Penis in Mitleidenschaft ziehen. Störungen der Durchblutung haben zur Folge, dass entweder zu wenig Blut im Penis ankommt, weil die versorgenden Arterien verkalkt sind oder das Blut zu rasch wieder über die Venen abfließt (oder beide Ursachen treten gleichzeitig auf). In der Folge reicht die in den Schwellkörper des Penis gepumpte Blutmenge nicht mehr für eine ausreichend starke Erektion aus.

Zu den häufigsten Herz- und Gefäßerkrankungen, die Durchblutungsstörungen auslösen können, zählen Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Bluthochdruck und Arterienverkalkung. Da Herz- und Gefäßerkrankungen primär ältere Menschen betreffen, sind sie auch einem erhöhten Risiko von Potenzstörungen ausgesetzt. Aber auch der Lebensstil kann einen entscheidenden Einfluss auf das Risiko von Durchblutungsstörungen und folglich auf die Potenz haben. Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine einseitige bzw. ungesunde Ernährung setzen den Gefäßen zu und erhöhen somit die Wahrscheinlichkeit für Erektionsprobleme.

Testosteronmangel

Auch Testosteronmangel ist in vielen Fällen eine Ursache für Potenzprobleme. Ein ausreichend hoher Spiegel des männlichen Geschlechtshormons ist eine wesentliche Voraussetzung für den Aufbau einer Erektion. Da mit den Lebensjahren auch der Testosteronspiegel im Blut von Männern sinkt, ist ein Mangel an männlichen Sexualhormonen ein häufiger Auslöser von Impotenz. Vor einer Therapie gegen Impotenz sollte deshalb immer ein möglicher Testosteronmangel als Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Medikamente

Eine Vielzahl von Medikamenten kann als Nebenwirkung Erektionsstörungen verursachen. Dazu zählen beispielsweise blutdrucksenkende und entwässernde Medikamente, Lipidsenker oder Arzneimittel gegen Depressionen. Wenn Sie im Beipackzettel eines Ihrer Medikamente einen Hinweis auf die Nebenwirkung Erektionsstörung finden, sollten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.

Nervale Ursachen

Für das Zustandekommen einer Erektion muss nicht nur der Penis ausreichend durchblutet werden, sondern auch alle daran beteiligten Nervenbahnen intakt sein. Verletzungen der Nervenbahnen, wie zum Beispiel durch Bandscheibenvorfälle oder Operationen im Beckenbereich oder am Rückenmark können deshalb ebenfalls Erektionsstörungen auslösen. Ebenso können Krankheiten, die das zentrale Nervensystem betreffen (z. B. Alzheimer-Demenz, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose oder Schlaganfälle), Ursachen für Potenzprobleme sein.

Sonstige Ursachen

Auch Erkrankungen der Drüsen und des Stoffwechsels können ursächlich für Erektionsstörungen sein. So kommen Diabetes, chronische Leber- und Nierenleiden oder eine Schilddrüsenüber- oder –unterfunktion als Auslöser von Potenzproblemen in Frage. Und nicht zuletzt können auch urogenitale Fehlbildungen und Erkrankungen wie eine Vorhautverengung des Penis, angeborene Missbildungen des Penis oder Entzündungen der Hoden, Nebenhoden und der Prostata Impotenz zur Folge haben.

Wie stellt man eine Erektionsstörung im Alter fest?

Sofern Sie über einen gewissen Zeitraum keine befriedigenden Erektionen mehr bekommen können, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Wie bereits einleitend betont, ist falsche Scham bei diesem Thema überhaupt nicht angebracht. Eine Erektionsstörung im Alter hat fast immer mit altersbedingten natürlichen Ursachen zu tun.

Ihr erster Weg sollte Sie zu Ihrem Hausarzt führen. Er führt eine erste Anamnese auf Basis einer Befragung und einer körperlichen Untersuchung durch. Mit Hilfe der Befragung wird der Arzt herausfinden, anhand welcher konkreter Symptome sich ihre Erektionsstörung zeigt, welche Arzneimittel Sie einnehmen und unter welchen Vorerkrankungen Sie leiden. Bereits auf dieser Informationsgrundlage kann er nicht selten eine erste Diagnose stellen.

Zusätzlich wird Ihr Hausarzt eine Reihe körperlicher Untersuchungen durchführen, um den Auslösern Ihrer Potenzprobleme auf die Spur zu kommen. Der Scherpunkt der Untersuchungen liegt auf den Geschlechtsorganen und der Prostata sowie auf den Gefäßen. Da Erektionsstörungen in erster Linie auf Durchblutungsstörungen zurückzuführen sind, wird der Arzt Ihren Blutdruck sowie Ihren Puls an Armen und Beinen messen. Häufig wird er Ihnen auch Blut abnehmen, um dieses im Labor auf mögliche Risikofaktoren wie ungünstige Blutfett- und Blutzuckerwerte prüfen zu lassen. Zudem lässt sich mit einer Blutuntersuchung ein möglicherweise vorhandener Testosteronmangel diagnostizieren.

Auf Grundlage seiner Anamnese entscheidet der Hausarzt, welche Spezialisten aus weiteren Fachrichtungen konsultiert werden sollten, um die Ursachen Ihrer Erektion im Detail festzustellen. Je nach im Verdacht stehenden Auslösern werden Fachärzte der Endokrinologie, Neurologie, Psychologie und Urologie hinzugezogen.

Diese führen in der Regel weitere Untersuchungen durch, um die Ursache(n) Ihrer Erektionsstörung genau zu lokalisieren. Dazu kann beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung erforderlich sein, um den Blutfluss in den den Penis versorgenden Gefäßen zu untersuchen. Sofern Hinweise auf nervale Störungen vorliegen, überprüft ein Facharzt mittels schwacher elektrischer Impulse die Leitfähigkeit Ihrer Nervenbahnen. Außerdem kann mit einem speziellen Messgerät festgestellt werden, ob Sie nachts noch spontane Erektionen (wie Sie bei Männern grundsätzlich vorkommen) bekommen.

Wie können Sie bei Erektionsstörungen im Alter vorbeugen?

Ob gezielte Vorsorgemaßen eine Hilfe bei Erektionsstörungen im Alter sein können, ist bislang noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Angesichts der Tatsache, dass Durchblutungsstörungen die Nummer eins Ursache von Erektionsproblemen sind, tun Sie gut daran, alle Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen so weit wie möglich zu vermeiden. Dazu zählen das Rauchen, eine einseitige und ungesunde Ernährung, ein überhöhter Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und Übergewicht. Menschen, deren Blutdruck-, Blutfett- und Blutzuckerwerte außerhalb des Normbereichs liegen, sollten diese regelmäßig kontrollieren und Störungen behandeln lassen.

Sofern der Leidensdruck Ihrer Erektionsstörung noch nicht allzu groß ist, sollten Sie nach Möglichkeit Ihre Lebensgewohnheiten umstellen und mit dem Rauchen aufhören, sich gesund ernähren, Sport machen und nur in Maßen Alkohol trinken. Zwar sind diese Grundlagen eines gesunden Lebensstils nicht zwangsläufig Garanten eines befriedigenden Sexuallebens. Aber sie sind immer noch die besten Vorsorgemaßen gegen altersbedingte Impotenz.

Was hilft gegen Impotenz?

Auf die Frage „Was hilft gegen Impotenz?“ gibt es inzwischen eine Vielzahl verschiedener Antworten. Die Bandbreite der möglichen Behandlungsmethoden reicht von Medikamenten über die mechanische Stimulation bis hin zu operativen Verfahren. Die am häufigsten angewandten Therapieverfahren sind die folgenden:

PDE-5-Hemmer

Den meisten Menschen ist der Name „Viagra“ ein Begriff. Das Medikament hat sich in den letzten Jahren zum Inbegriff der medikamentösen Behandlung von Erektionsstörungen im Alter entwickelt. Viagra gehört zur Gruppe der Phosphodiesterase-Hemmer (kurz PDE-5-Hemmer) genannt, die am häufigsten eingesetzte Arzneimittelgruppe bei Potenzproblemen. PDE-5-Hemmer haben die Wirkung, die glatten Muskelzellen im Schwellkörper des Penis zu entspannen und so die für eine Erektion des Gliedes notwendige Blutzufuhr zu erleichtern. Doch Vorsicht: Entgegen der weit verbreiteten Meinung steigern PDE-5-Hemmer nicht die Lust des Mannes! Für eine Wirkung muss der Mann bereits sexuell erregt sein. Viagra & Co. sind somit kein Ersatz für ein lustvolles Sexualleben.

Zudem haben PDE-5-Hemmer eine ganze Reihe potenzieller Nebenwirkungen. Hierzu gehören Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, Sodbrennen, eine verstopfte Nase, Sehstörungen, Magen-, Muskel- und Rückenschmerzen. Außerdem dürfen PDE-5-Hemmer nicht bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, innerhalb von sechs Monaten nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie bei starken Leberfunktionsstörungen eingenommen werden. Dies gilt ebenso bei der Einnahme von Nitraten und bestimmten weiteren blutdrucksenkenden Substanzen. Auch bei Nierenfunktions- und Blutgerinnungsstörungen unterliegt die Anwendung von PDE-5-Hemmern gewissen Beschränkungen. Die Einnahme dieser Medikamente sollten Sie deshalb unbedingt in einem Gespräch mit Ihrem Arzt abklären. Zu groß ist ansonsten die Gefahr unerwünschter Nebenwirkungen.

Testosteron

Wie bereits weiter oben dargestellt, sinkt mit zunehmendem Lebensalter der Testosteronspiegel bei Männern. Dies ist völlig normal und in der Regel kein Grund für eine Therapie. Sofern jedoch ein zu geringer Testosteronspiegel als mögliche Ursache für Potenzprobleme diagnostiziert wurde, kann ein hormoneller Ausgleich die Erektionsfähigkeit wieder herstellen. Das männliche Geschlechtshormon kann dem Körper in Form von Gels, Injektionen, Pflastern oder Tabletten zugeführt werden. Da die Testosteron-Behandlung das Wachstum von Prostatakrebs beschleunigen kann, ist eine gesunde Prostata eine Therapievoraussetzung.

Yohimbin

Yohimbin ist ein altes Naturheilmittel gegen Potenzprobleme. Seit rund 100 Jahren wird es aus der Rinde eines westafrikanischen Baums gewonnen und gilt in seiner Heimat als Aphrodisiakum. Der genaue Wirkungsmechanismus von Yohimbin ist jedoch bis heute ungeklärt. Yohimbin scheint vor allem bei psychisch bedingten Potenzstörungen eine gewisse Wirkung zu entfalten. Seit dem Aufkommen der PDE-5-Hemmer hat das Naturheilmittel jedoch an Bedeutung verloren.

Vakuum-Erektionspumpen

Alternativ zur Einnahme von Medikamenten kann eine Vakuumpumpe zur Behandlung einer Erektionsstörung ausprobiert werden. Dabei handelt es sich um einen Zylinder, der über den Penis gestülpt wird und ein Vakuum erzeugt. Dies hat eine Ausdehnung des Schwellkörpers zur Folge, die wiederum den Blutfluss in den Penis animiert. Ein auf die Peniswurzel aufgesetzter Gummiring verhindert den schnellen Abfluss des Blutes. Vakuum-Erektionspumpen sind jedoch nicht frei von Nebenwirkungen. So können sie beispielsweise Blutergüsse und Schmerzen am Penis versuchen sowie dauerhaft einen Empfindungsverlust des Penis zur Folge haben.

Schwellkörperimplantate

Patienten, bei denen alle Therapieformen wirkungslos blieben, steht als letzte Option zur Behebung einer Impotenz die Implantation einer Schwellkörperprothese zur Verfügung. Dabei werden die Schwelkörper durch hydraulische Prothesenschenkel ersetzt. Da durch das operative Verfahren die Schwammstruktur des Schwellkörpers geschädigt wird, ist es nach einem derartigen Eingriff nicht mehr möglich, auf andere Behandlungsformen zurück zu wechseln. Außerdem können Schwellkörperimplantate zu Schmerzen, Infektionen, Perforationen und Gewebsverhärtungen führen.

Ist die Elektrotherapie eine Hilfe bei Erektionsstörungen im Alter?

Bei der auch unter dem Namen „Reizstromtherapie“ oder „TENS“ (Transkutane elektrische Nerven-Stimulation) bekannten Methode werden niederfrequente Wechselströme über Klebeelektroden an den Körper abgegeben. Diese angenehm sanften Impulse stimulieren sowohl die Muskeln als auch die Nerven. Die Muskelstimulation der Elektrotherapie ruft keine direkte Erektion hervor, sondern trainiert die für die Potenz so wichtige Beckenbodenmuskulatur.

Die Wirkung der Elektrotherapie in Bezug auf Erektionsstörungen wurde bereits wissenschaftlich untersucht. Die Reizstromtherapie führt nicht nur zu einer größeren Steifigkeit des Penis, sondern auch zu einer längeren Erektionsdauer.

Die Reizstromtherapie hat im Gegensatz zu vielen anderen Therapieformen eine ganze Reihe von Vorteilen. Sie ist einfach von zuhause aus durchführbar. Die Therapie muss nicht durch einen Arzt verschrieben oder überwacht werden. Sie ist kostengünstig, da nach der Anschaffung eines Gerätes keine weiteren laufenden Kosten anfallen. Und sie ist nicht zuletzt nahezu frei von Nebenwirkungen.

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